Warum sich eine kurzfristige Umsetzung von PV-Projekten aktuell lohnen kann

strrom realisiert PV-Anlagen und Speicher für Unternehmen. Unsere Expertise erstreckt sich über alle Größenklassen von Anlagen, wobei wir uns auf Gewerbe-Anlagen und Energiekonzepte für Unternehmen spezialisiert haben.

„Wir sind Experten für Photovoltaik und Speicher für Unternehmen“

Der internationale PV-Markt steht vor einer strukturellen Veränderung, die sich in den kommenden Monaten zunehmend in der Preisbildung bemerkbar machen dürfte. Mit Wirkung zum 1. April 2026 wird China die bisherige Mehrwertsteuer-Exporterstattung für Photovoltaikprodukte vollständig abschaffen. Für PV-Module und ausgewählte weitere Produktkategorien sinkt der Erstattungssatz damit von zuletzt 9 % auf 0 %.

Diese Entscheidung war in der Branche bereits seit einiger Zeit absehbar und wurde von vielen Marktteilnehmern in ihre mittelfristigen Planungen einbezogen. Dennoch ist davon auszugehen, dass sie kurz- bis mittelfristig spürbare Auswirkungen auf Beschaffungsstrategien und Projektkalkulationen haben wird – insbesondere in Europa, wo chinesische Module weiterhin einen wesentlichen Teil des Marktes ausmachen.

Einordnung der Maßnahme

Exportsteuererstattungen sind ein international gebräuchliches Instrument, um steuerliche Vorbelastungen bei exportierten Gütern auszugleichen. Ihre Abschaffung führt nicht zu einem formalen Handelshemmnis, verändert jedoch die Kostenstruktur entlang der Lieferkette. Für Hersteller bedeutet dies eine höhere steuerliche Belastung auf exportierte Produkte, die sich zumindest teilweise in den Angebotspreisen niederschlagen dürfte.

Ziel der Maßnahme ist es, strukturelle Anpassungen innerhalb der chinesischen PV-Industrie zu unterstützen. Für Abnehmermärkte wie Europa steht jedoch weniger die industriepolitische Motivation im Vordergrund, sondern vielmehr die konkrete Auswirkung auf Preise, Verfügbarkeit und Projektwirtschaftlichkeit.

Erwartete Auswirkungen auf Preise und Beschaffung

Theoretisch entspricht der Wegfall der Erstattung einem Preisanstieg in der Größenordnung von bis zu 9 %. In der Praxis ist kurzfristig eher mit moderateren Effekten zu rechnen. Zum einen wurden im Vorfeld Lagerbestände aufgebaut, zum anderen befinden sich bereits produzierte Module weiterhin in der Lieferkette.

Für Neuproduktionen nach dem Stichtag ist jedoch mit spürbaren Kostenanpassungen zu rechnen. Zusätzlich wirken bereits heute weitere Preistreiber:

  • gestiegene Preise für zentrale Rohstoffe wie Silber, Aluminium und Polysilizium,

  • höhere Kosten im internationalen Container- und Seetransport,

  • sowie Währungseffekte, insbesondere durch die Entwicklung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar

In der Summe ergibt sich daraus ein Umfeld, in dem weiter sinkende Modulpreise kurzfristig eher unwahrscheinlich erscheinen.

Bedeutung für Projektentwickler und Investoren

Für laufende und geplante PV-Projekte bedeutet dies:
Zeitliche Entscheidungen gewinnen an Bedeutung. Projekte, die in den kommenden Monaten konkretisiert, beschafft oder umgesetzt werden, können voraussichtlich noch von den aktuell günstigeren Marktbedingungen profitieren. Verzögerungen hingegen erhöhen das Risiko, dass sich Kostenannahmen verändern und Wirtschaftlichkeitsrechnungen angepasst werden müssen.

Insbesondere bei Projekten mit knappen Margen, festen Abnahmepreisen oder regulatorischen Fristen kann dies einen relevanten Unterschied machen. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass sich der Markt langfristig weiterentwickeln und stabilisieren wird – kurzfristig ist jedoch mit einer Phase erhöhter Preissensitivität zu rechnen.

Fazit

Die Abschaffung der chinesischen Mehrwertsteuer-Exporterstattung ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines breiteren Marktumfelds, das derzeit von steigenden Kosten und strukturellen Anpassungen geprägt ist. Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, PV-Projekte aktuell aktiv voranzutreiben, statt auf weiter fallende Preise zu warten.

Wir beobachten die Marktentwicklung kontinuierlich und unterstützen unsere Partner dabei, Projekte zeitlich und strategisch sinnvoll zu positionieren – sowohl im Hinblick auf Beschaffung als auch auf Umsetzung.

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