Der wirtschaftliche Druck auf PV-Bestandsanlagen wächst
Das wirtschaftliche Umfeld für Photovoltaik-Bestandsanlagen hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Was lange als planbares Geschäftsmodell galt, steht zunehmend unter Druck: steigende Negativpreisphasen, sinkende Capture Rates und eine wachsende Marktvolatilität verändern die Erlösstruktur vieler Projekte. Betreiber, Investoren und Projektentwickler müssen sich deshalb eine zentrale Frage stellen: Wie lässt sich die Rendite bestehender Anlagen langfristig sichern?
Insbesondere die zunehmenden Negativpreisstunden stellen ein strukturelles Risiko dar. Durch die 6-Stunden-Regel nach § 51 EEG entfällt in längeren Negativpreisphasen der Anspruch auf Marktprämie – obwohl die Anlage technisch weiter Strom produziert. Dadurch entstehen reale Erlösverluste. Mit weiterem Zubau erneuerbarer Energien, insbesondere im PV-Bereich, ist davon auszugehen, dass sich diese Marktmechanik weiter verstärkt. Der Druck auf klassische Einspeiseprofile wächst.
Speicher als strategische Antwort auf Negativpreise
Die Integration eines Grünstromspeichers im Co-Location-Modell bietet hier eine wirtschaftlich nachvollziehbare Lösung. Ein Speicher, der ausschließlich aus der bestehenden PV-Anlage geladen wird und das vorhandene AC-Limit am Netzanschlusspunkt nutzt, ermöglicht eine gezielte zeitliche Verschiebung der Einspeisung. Strom, der sonst in Niedrig- oder Negativpreisphasen vermarktet würde, kann in höherpreisige Zeitfenster verschoben werden.
Dadurch steigt die Capture Rate des Gesamtprojekts, und Marktprämienverluste lassen sich reduzieren. Der Speicher fungiert nicht nur als Erlösoptimierer, sondern als Hedge gegen strukturelle Marktveränderungen. In Modellrechnungen zeigt sich, dass kombinierte PV-Speicher-Profile deutlich stabilere Erlösverläufe aufweisen als reine PV-Einspeiseprofile.
Co-Location im Bestand: Infrastruktur als Hebel
Ein entscheidender Vorteil bei Bestandsprojekten ist die vorhandene Infrastruktur. Netzanschlusspunkt, Trafostationen, Kabeltrassen, Zuwegungen und Flächen sind bereits vorhanden. Dadurch reduziert sich der Entwicklungs- und Genehmigungsaufwand erheblich. Gleichzeitig bleibt die bestehende Netzanschlussleistung unverändert, da der Speicher das vorhandene AC-Limit nutzt.
Gerade diese Mitnutzung bestehender Infrastruktur macht Speicher-Nachrüstungen im Bestand wirtschaftlich attraktiv. Zusätzlich bieten regulatorische Rahmenbedingungen für Grünstromspeicher im Co-Location-Modell in vielen Fällen klare Vorteile, etwa im Hinblick auf Anschlussvorrang oder bauplanungsrechtliche Einordnung.
Hybridisierung als langfristige Strategie
Für Projektierer und Investoren ergibt sich daraus eine klare strategische Ableitung: Speicher sind kein optionales Add-on mehr, sondern ein integraler Bestandteil moderner Energieprojekte. Der Netzanschluss wird zum zentralen Asset, dessen wirtschaftliche Nutzung optimiert werden muss. Wer bestehende Anlagen analysiert, sollte nicht nur auf historische Erlöse blicken, sondern zukünftige Marktmechaniken in die Bewertung einbeziehen.
Noch konsequenter wird dieser Ansatz bei Neubauprojekten. Wer neue PV-Anlagen plant, kann Speicher direkt integrieren und Schutzkonzept, Netzanschlussdimensionierung und Flächenlayout optimal aufeinander abstimmen. Das reduziert spätere Nachrüstkosten und erhöht die langfristige Flexibilität des Projekts.
Unsere Rolle als Batterie-EPC
Als Batterie-EPC begleiten wir sowohl Retrofit-Projekte im Bestand als auch Neubauprojekte mit integrierter Speicherlösung. Wir übernehmen die technische Planung und Auslegung von Grünstromspeichern, entwickeln Schutz- und Netzkonzepte und realisieren die Integration in bestehende oder neue Anlagenstrukturen. Dabei stehen normkonforme Umsetzung, wirtschaftliche Auslegung und eine saubere technische Integration im Mittelpunkt.
Ob Nachrüstung eines Speichers an einem bestehenden PV-Park oder direkte Realisierung eines Hybridprojekts – entscheidend ist eine ganzheitliche Betrachtung von Technik, Netzanforderungen und Marktmechanik.
Fazit: Speicher sichern die Zukunftsfähigkeit von PV-Projekten
Die Marktmechanik verändert sich, und mit ihr die Anforderungen an Erzeugungsprojekte. Reine PV-Assets geraten zunehmend unter Druck, während steuerbare Hybridmodelle an Attraktivität gewinnen. Grünstromspeicher im Co-Location-Modell sind daher keine spekulative Zusatzinvestition, sondern eine strategische Antwort auf Negativpreise, Volatilität und sinkende Capture Rates.
Wer heute Bestandsprojekte prüft oder neue Anlagen plant, sollte Speicher nicht als Option betrachten – sondern als strukturellen Bestandteil einer zukunftsfähigen Projektstrategie.